Rumänien, ein Land mit großen Spannungsfeldern
1. Ursprungsgedanke: Der Grund warum wir geblieben sind
Viele wundern sich: "Rumänien ist doch in der EU! Warum unterstützt ihr dort immer noch Projekte?"
Ja, Rumänien hat sichtbare Fortschritte gemacht. Gleichzeitig erleben wir vor Ort bis heute ein Land der Gegensätze, oder noch plastischer formuliert, ein Land der Zerissenheiten: Hier pompös gestaltete Supermärkte, moderne Einkaufszentren und nur wenige Autominuten entfernt, in denen Armut, Krankheit und Verwahrlosung zum Alltag, zur "Normalität" zu gehören scheinen.
Genau das begleitet unsere Arbeit seit 1996! Wir konnten und wollten famals nicht wegsehen und wir werden auch heute nicht wegsehen. Besonders dann nicht, wenn Kinder oder alte Menschen durch's Raster fallen.
2. Beschreibung des Engagements: Was die KKNH in Rumänien konkret tut
Unsere Hilfe hat sich im Lauf dieser vielen Jahre verändert. Die Zielrichtingung der Veränderung: Vom reinen "Überleben sichern" hin zu einer gezielten sozialpädagogischen Unterstützung.
Schwerpunkte:
- Versorgung und Stabilisierung von Wohngruppen / familiennahen Einrichtungen. (Carei und Umgebung).
- Konvoi und Sachhilfe arbeit (Lebensmittel, Hygiene, medizinische Basisversorgung, Ausstattung). Verlässlich, wiederkehrend, koordiniert mit den Verantwortlichen vor Ort.
- Einzelhilfe für Famiien (aktuelle Notlagen, Winterhilfe Schulmaterial, Kleidung / Schuhe.) Kleine hilfen haben oft große und erstaunlicher Wirkung.
- Unterstützung von Altenheimen unf Sozialstationen: Weil Armut nicht bei den Kindern endet. Dort wo die Armut ganze Familien auseinandersprengt schon gleich gar nicht.
Entscheidend ist der lokale Zugang. Wir arbeiten seit Jahren mit Simona Hancis zusammen. Sozialpädagogin und Leitrin / Koordinatorin des Zentrums "Violeta" und des Kinderhauses "Esperanza". Sie ist in der Region höchst anerkannt und wurde für Ihre Arbeit im Kinderschutz auf höchster Ebene ausgezeichnet.
3. Bislang erreichte Ergebnisse: Hilfe, die ankommt und Strukture, die tragen
Rumänien hat seit den 1960er Jahre viel und markant aufgeholt. Auch der Kinderschutz hat respektable Entwicklungen zu verzeichnen.
- In der staatlichen "special protection"-Betreuung ist die Zahl der Kinder deutlich gesunken, ebenso die Zahl der Kinder in "residential-type sercices" (gemeint sind "Heimstrukturen".
- Gleichzeitig zeigt die Praxis: Die letzten, schwersten Fälle bleiben nur zu oft übrig. Das sind oft Kinder mit Behinderung oder komplexen Belastungen. (Genau dort braucht es besonders eine stabile Kontinuität.) Gefragt sind und bleiben Menschen, die nicht nach ein paar Wochen wieder verschwunden sind.
Was die KKNH dazu beiträgt, ist weniger "ein großes Schild", sondern das, was im Alltag zählt: Wenn es an Basics fehlt, ist eine schnelles Handeln notwendig. Wenn die Waschmaschine nicht mehr repariert werden kann, die neue erst im nächsten Jahr beantragt werden kann, ist das völlig klar. Eine neue Waschmaschine muss her, weil sonst das pädagogische Personal von Hand waschen muss. Und bei behinderten Kindern ist der Aufwand beträchtlich. Die Kinder sind darauf angewiesen von Fachpersonal betreut zu werden. Das kann und darf nicht an fehlenden Basics scheitern.
4. Chancen für die Zukunft: Warum Rumänien trotz EU nicht "fertig" ist
Wer nur und ausschließlich die Städte sieht, unterschätzt Rumänien. Die harte Realität liegt auf dem Land. Und die Zahlen zeigen fas recht drastisch:
- Armuts- oder Ausgrenzungsrisiko (AROPE) in ländlichen Regionen Rumäniens: 45,1% (2023) gegenüber den Städten mit 18,5%.
- Materielle und soziale Deprivation bleibt hoch, in ländlichen Regionen besonders!
- Kinderarmut: Rumänien gehört auch weiterhin zu den Ländern mit hoher Betroffenheit. 2024 lag der Anteil von Kindern im Armuts und Ausgrenzungsrisiko bei 33,8%.
- Kinder mit Behinderung: Allein registriert waren 84.577 Kinder mit Behinderungen (Stand Mitte 2024). Längst nicht alle behinderten Kinder sind registrier. Sie werden oft als Makel der Familie gesehen und versteckt. Der Bedarf an Therapie, Förderung, an Hilfeleistung und Betreuung ist unermesslich hoch!
- "Viekvölkerstaat" zieht die Ungleichheit von Chancen nach sich. Laut Volkszählung von 2021 erklärten sich erklärten sich 89,3% als rumänisch, 6% als ungarisch und 3,4% als Roma - mit teils sehr unterschiedlichen Lebenslagen je nach Region und Zugehörigkeit. Im praktischen Alltagsleben verschärft sich die Situation noch einmal drastisch, weil z.B. die deutschstäämigen Menschen, auch noch einmal unterschieden in Sachsen und Schwaben sehr eigene und spezielle Struktureb´n pflegen.
- Migration und "unsichtbare Kinder": Viele Eltern arbeiten im Ausland. 2023 waren über 71.000 Kinder mit im Ausland lebenden Ltern regisriert. Das stellt ein hohes Risiko für Vernachlässigung, Schulabbrüche und psychosoziale Belastungen mit teils unüberschaubaren Folgen dar.
Und die Waisenhäuser?
Die großen "klassischen" Waisenhäuser wurden (auch unter dem Druck internationaler Standards) zurückgebaut und aufgelöst. Das Ziel, keine Masseninstitutionen mehr zu dulden, ist richtig. Aber wenn die Alternativen nicht ausreichend begleitet, finanziert werden, entstehen neue Brüche und Verwerfungen.
Häufiger personeller Wechsel, überforderte Pflegefamilen, kaum Beratung, zu wenig Therapieolätze, zu wenig fachlich qualifiziertes Personal, Organisationen, die den Transformationsprozess begleiten, um nur ein paar wichtige Gesichtspunkte zu benennen.
Die "letzten Einrichtungen" betreffen dann die besonders vulnerablen Kinder. (Behinderte und Mehrfachbehinderte)
Genau da liegr die Herausforderung und gleichzeitig die Chance: Familiennahe Betreuung stärken, soziale Dienst vor Ort ausbauen, Behinderungsinklusion praktisch ermöglichen, Schule und Alltag stabil halten. Und wozu das Ganze? Damit Refprmen, die Anstrengungen von verantwortlichem Personal, und konkrete Hilfestellungen auch ganz real bei den Kindern ankommen.
Der Weg ist lang und steinig, hat aber ein konkretes Ziel!
5. Spendenaufruf: Bitte helfen Sie mit, dass die Betreuung nicht an den Basics scheitert
Rumänien ist kein abgeschlossenes Kapitel. Es ist ein Land, in dem Fortschritt und Not nebeneinander stehen. Und das ist eine Situation in der gerade die Schwächsten einer Gesellschaft den Preis zu bezahlen haben: Kinder ohne stabile und verlässliche Familien, Kinder mit Behinderungen und alte und kranke Menschen in "vergessenen" Ragionen.
Unsere Partner vor Ort leisten Beeindruckendes. Aber ohne Unterstützung von aussen fehlt oft das, was für uns selbstverständlich ist: Hygiene, Medikamente, warme Kleidung, Schulmaterial, Ausstattung für Wohngruppen, stabile Versorgung.
Wenn Sie helfen, helfen Sie ganz konkret:
für Betreuunng, die nicht abbricht
für Kinder, die nicht bloß verwahrt, sondern begleitet werden
für Würde im Alltag.
Bitte unterstützen unsere Rumänien-Arbeit mit Ihrer Spende. Jede Zuwendung verstärkt das Netz, das Kinder und Familien dort trägt, wo der Staat nicht genug oder noch nicht genug auffangen kann.

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